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Kasuistiken zur muskuloskelettalen Radiologie

Komplikativer Op.-Verlauf - Seite 2

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Humeruskopfnekrose

Postoperativ (2020-10) bestand zunächst ein unauffälliger Röntgenbefund. Bereits sechs Monate später (2021-04) war der Humeruskopf mit Einbruch der Gelenksphärizität entrundet. Direkt einer Gelenkstufe benachbart fand sich subchondral eine umschriebene Aufhellungszone. Diese entwickelte sich innerhalb von weiteren drei Monaten (2021-07) langstreckig am deformierten Humeruskopf zum klassischen "crescent sign" weiter. Es resultierte somit die Diagnose einer Humeruskopfnekrose.

Pathoanatomie: Bei der Humeruskopfnekrose besteht eine Ischämie mit Schwerpunkt im peripheren, subchondralen Knochenabschnitt. Die Ischämie hat ihre Ursache im Verschluss der intraossären Vasa nutritiae, die von der A. circumflexa humeri anterior und der A. circumflexa humeri posterior versorgt werden. Aufgrund des retrograden Verlaufs der Vasa nutritiae ist die subchondrale Zone des Humeruskopfes eine vaskuläre Terminalzone ("letzte Wiese") mit Prädisposition zur Osteonekrose.

Als Behandlung wurde eine inverse Schulterprothese implantiert.

Weiterer Verlauf der HumeruskopfnekroseWeiterer Verlauf: Weitere acht Monate später (2022-03) verspürte die Patientin einen heftigen, akut auftretenden Schmerz an der Dorsalseite der rechten Schulter. Diese waren Anlass zur erneuten Röntgendiagnostik. Was ist jetzt die Beschwerdenursache?