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Zeitmanagement

Die Kondratieff-Zyklen

1926 publizierte der russische Wissen­schaftler Kondratieff die Beobachtung, dass wirtschaftlichen Entwick­lungen einem Wechsel von Perioden der Prosperität und der Rezession unterliegen.

Dabei dauern die Auf- und Abschwünge ca. 45 bis 60 Jahre. Parallel hierzu stehen verlaufen technische Innovationen.

  • Der 1. Kondratieff-Zyklus setzte im 18. Jahrhundert mit der Erfindung der Dampfmaschine ein, in deren Folge die Textilindustrie einen Aufschwung erlebte. Die wirtschaf­tliche Entwicklung stieß jedoch bald an ihre Grenzen.

  • Der 2. Kondratieff-Zyklus begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Erfin­dung der Eisenbahn und des Stahlschiffes, durch die Transportkosten gesenkt und Großstädte miteinander verbunden wurden.

  • Der 3. Kondratieff-Zyklus startete um 1900 mit der Entwicklung elektrotechni­scher und chemischer Produkte. Dieser Zy­klus endete abrupt mit der Weltwirtschaftskrise zu Beginn der dreißiger Jahre.

  • Der 4. Kondratieff-Zyklus setzte Mit­te des 20. Jahrhunderts mit der Massenproduktion von Automobilen und Flugzeugen. Gleich­zeitig gewannen das Benzin als Energieträger und die Petrochemie an Bedeu­tung.

  • Der 5. Kondratieff-Zyklus war durch ein enormes Wirtschaftswachstum mit einem Mehr an Information und Wissen gekennzeichnet. Voraussetzung war die digitale Computertechnik, allerdings zum Preis eines zunehmenden Verlusts an zwischenmenschlichen Beziehungen.

  • Der 6. Kondratieff-Zyklus steht aktuell im Zeichen der Verbesserung der zwischen­menschlichen Informationsflüsse. Dabei steht weniger die Produktion von Gütern, sondern mehr der Mensch im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Veränderungen.

Die Kondratieff-ZyklenJedoch ist der Mensch das schwächste Glied in der Informationskette und stößt aufgrund der hohen Dichte der Sin­nesreize an seine Grenzen. Nicht nur die Berufswelt, sondern auch das private Umfeld werden zunehmend durch computergestützte Abläufe bestimmt, der künstlichen Intelligenz (KI – oder AI für „artificial intelligence“). Es steht zu befürchten, dass diese Entwicklung zur Gefährdung der psychosozialen und psychosomatischen Ge­sundheit führen wird.